Das ist ein Punkt für die Moral

 - Bericht aus der WNOZ vom 04.03.2019 - 

Unter-Abtsteinach. Das Derby in der Fußball-Verbandsliga zwischen SG Unter-Abtsteinach und Eintracht Wald-Michelbach fand am Samstag beim 3:3 (1:2) vor 350 Zuschauern keinen Sieger. Der Punkt war für beide Teams im Abstiegskampf weder Fisch noch Fleisch. So wusste SGU-Trainer Marcus Lauer zunächst auch nicht so genau, ob er sich über den gewonnen Punkt nun freuen soll, oder den vergebenen zwei Zählern nachtrauern muss. Denn eigentlich hatte der Übungsleiter die klare Vorgabe gemacht, alle Heimspiele zu gewinnen.

Die Gäste brachten Stimmung ins Derby mit einem Doppelschlag: In der 16. Minute tanzte sich Malcolm Darffour durch den Strafraum, vorbei an Freund und Feind, um den Ball schließlich clever aus spitzem Winkel ins lange Toreck zum 1:0 für die ETW zu spitzeln. Mit Wiederanpfiff war die Eintracht schon wieder offensiv aktiv, profitierte diesmal aber auch von einem Missverständnis zwischen SGU-Keeper Michael Halfar und Tobias Laudenklos, der den gedachten Rückpass über seinen Torwart zum 0:2 ins eigene Tor beförderte. „Das war ein Nackenschlag, aber ich muss sagen, dass meine Mannschaft darauf sehr gut reagiert hat“, sagte Lauer.

Zoccos Kunstschuss

Ob Riccardo Zocco in der 20. Minute von der rechten Seite flanken wollte oder ob es ein Schlenzer mit Augenmaß vom technisch versierten Unter-Abtsteinacher – das bleibt sein Geheimnis. In jedem Fall landete der Ball im rechten Toreck zum 1:2-Anschlusstreffer, und die Partie war plötzlich wieder offen. Dass es seine Mannschaft nach der schnellen 2:0-Führung etwas lockerer angehen ließ, wollte ETW-Coach Ralf Ripperger nicht bestätigen. Fakt ist: Die Gäste suchten nach ihrem erfolgreichen Doppelschlag nicht die Vorentscheidung, so hatte es den Anschein. Vielmehr igelte sich die ETW etwas ein und die SGU machte ab Mitte der ersten Halbzeit das Spiel. Das wurde belohnt. Denn mit Wiederanpfiff setzten die Platzherren alles auf eine Karte. In der 61. Minute fasste sich Vladimir Georgiev im Gewühl ein Herz, zog aus zehn Metern flach ab und der Ball fand irgendwie seinen Weg ins Tor zum 2:2. ETW-Torwart Marcel Jährling sah den Ball im Trubel mutmaßlich zu spät. Und es kam noch besser für die Gastgeber, denn nur fünf Minuten später schloss Christoph Jüllich einen Konter wie aus dem Lehrbuch mit einem trockenen Flachschuss von rechts zum 3:2 ab.

Erst jetzt reagierte die Eintracht und machte wieder Druck. Die Angreifer Jan Gebhardt, vor allem aber Darffour waren dabei immer wieder im Bilde und kamen auch zu guten Torgelegenheiten. Letztlich war es aber ein Standard, der der ETW das 3:3 bescherte. Nach einem Eckball zog Marco Fetsch volley ab und glich aus (73.). In der Schlussphase hatte die SGU noch Torgelegenheiten durch Jüllich, Georgiev und Björn Rautenberg. Doch auch die ETW hatte noch die Chance zum Matchball unter anderem durch Darffour. Am Ende lieferten sich beide Team einen offenen Schlagabtausch mit einigen Nickligkeiten und unnötigen Fouls.

Darffour verletzt sich

Zu spüren bekam dies vor allem Darffour, der aufopferungsvoll kämpfte, kurz vor Schluss auf der Außenbahn dann aber in eine Grätsche lief. Darffour musste nach Abpfiff beim Gang in die Kabine von zwei Betreuern gestützt werden. Das ärgerte Amir Imsirovic, den sportlichen Leiter der ETW ungemein, denn möglicherweise fällt der Stürmer schon wieder aus. Seinen Spielern konnte Imsirovic jedenfalls kaum einen Vorwurf machen, denn Kampfgeist und Moral hätten gestimmt. Dass seine Mannschaft die Zügel nach dem 2:0 etwas hat schleifen gelassen, das konnte Imsirovic aber nicht ganz verneinen.

SG Unter-Abtsteinach:
Halfar, Sam, David, Cabezas (46. Oberle), Muca, Georgiev, Schmidt (54. Wallerus), Zocco (62. Jüllich), Rautenberg, Laudenklos, Kuloglu.

Eintracht Wald-Michelbach: 
Jährling, Bundschuh, Imsirovic (69. Steiger), Fischer, Gebhardt (86. Heckmann), Darffour, Fetsch, Sancak, Knauer, Stuckert, Sachs.
Tore: 0:1 Darffour (16.), 0:2 Laudenklos (17., Eigentor), 1:2 Zocco (20.), 2:2 Georgiev (61.), 3:2 Jüllich (66.), 3:3 Fetsch (73.).
Schiedsrichter: Reßler (Mannheim).
Zuschauer: 350.
Beste Spieler: geschlossene Leistung. 
jaz