,,Erster zu sein, ist derzeit nicht relevant''

     -> Bericht aus der WNOZ vom 09.10.2020 <-


Fußball: Eintracht Wald-Michelbach erobert mit 1:0-Sieg gegen den SC 1960 Hanau die Tabellenführung in der Verbandsliga und konzentriert sich schon wieder auf Ginsheim

Wald-Michelbach. Vor dem Spiel sagte es Kapitän Jens Bundschuh in der Kabine noch einmal ganz deutlich: Eine mögliche Tabellenführung ist nicht relevant. Die Spieler von Eintracht Wald-Michelbach gingen danach raus, Michel Klinger erzielte bereits nach drei Minuten das 1:0 gegen den SC 1960 Hanau, und am späten Mittwochabend war die ETW tatsächlich Spitzenreiter in der Fußball-Verbandsliga.

Platz eins ist eine schöne Momentaufnahme, und ETW-Pressesprecher Lothar Strusch kann sich gar nicht mehr daran erinnern, wann die Wald-Michelbacher nach sieben Spielen zuletzt ganz oben standen. „Wir waren mal Erster, aber leider immer nur nach den ersten Spieltagen“, sagte Trainer Ralf Ripperger, der seine Mannschaft nach einem „Riesenfight“ gegen immer stärker werdende Hanauer lobte. Mit 16 Punkten verdrängte die ETW den bisherigen Tabellenführer TS Ober-Roden, der allerdings ein Spiel weniger hat, aufgrund des Torverhältnisses von der Spitze.

Die erste Hälfte sei ordentlich gewesen, so Ripperger, und natürlich spielte den Gastgebern das frühe Tor von Michel Klinger in die Karten. Der schnelle Vassilis Chatzigiannakis hatte sich durchgesetzt und zu Klinger gelegt, der dann bereits in der 3. Minute das Tor des Abends erzielte. Die ETW musste im Sturm ohne Jan Gebhardt (Adduktorenzerrung) und Lars-Eric Schwinn auskommen, aber auf die Nachrücker war Verlass. Es scheint so, dass Ripperger derzeit jeden Spieler bringen kann, ohne dass die Leistung der Mannschaft einbricht.

 

„In der zweiten Hälfte hat der Gegner sehr viel Druck gemacht, doch wir haben standgehalten“, sagte ETW-Pressesprecher Lothar Strusch. Im Tor musste wieder rotiert werden. Nachdem Lukas Jakob am vergangenen Sonntag verhindert war und Tyron Darffour beim 2:1-Sieg gegen Germania Ober-Roden eine gute Leistung bot, stand am Mittwochabend der 19-Jährige nicht zur Verfügung.

 

Bei erst fünf Gegentoren in sieben Spielen hat die Eintracht derzeit ein Bollwerk, das nur schwer vom Gegner zu knacken ist. Hanau versuchte es in der zweiten Hälfte unter anderem mit einem 20-Meter-Kracher von Dos Santos, den Jakob über die Latte lenkte (46.). Die Gäste hatten auch mehr Ballbesitz, konnten daraus aber nicht viele Großchancen generieren. „Wir machen vom System nichts extrem viel anders, aber die Abläufe haben sich gefestigt und jeder Spieler wirft alles in die Waagschale, um schon vorne gut zu verteidigen. Das müssen wir beibehalten“, sagte Ralf Ripperger.

 

Auf der anderen Seite verpassten die Platzherren bei Kontern von Klinger (54.) nach einem Pressschlag mit dem herausgelaufenen Torhüter und einem Schuss aus spitzem Winkel von Niklas Halblaub das 2:0. So blieb es bis in die fünfminütige Nachspielzeit spannend, zumal der eingewechselte Max Gebhardt nach Halblaub-Zuspiel in der 88. Minute die größte Möglichkeit vergab. Schon in der ersten Hälfte hätte die ETW höher führen können: Einen Schuss von Imsirovic holte der Torwart noch aus der Ecke (21.), Bundschuhs Schuss wurde vor der Linie geklärt (28.) und Halblaubs Verlängerung nach Bundschuh-Flanke fand ebenfalls nicht ihr Ziel (31.). Klinger hatte danach noch zwei gute Versuche aus der Distanz.

 

Am Sonntag (15.30 Uhr) erwartet die ETW den Tabellenvorletzten VfB Ginsheim und will natürlich den sechsten Sieg in Folge (inklusive Hessenpokalspiel) landen, um an der Spitze zu bleiben. „Der Gegner ist schwer einzuschätzen“, sagte Ripperger und will Ginsheim nicht am Tabellenplatz beurteilen – so wie im Übrigen auch bei seiner Mannschaft: „Wir wollen uns davon völlig freimachen.“ Stattdessen sollen seine Spieler wieder ans Limit gehen, dann kommt alles andere schon von alleine.

 

ET Wald-Michelbach: Jakob – Möldner (64. Max Gebhardt), Bundschuh, Imsirovic, Halblaub, Fischer, Chatzigiannakis, Klinger (86. Jaap), Borgenheimer, Siby, Sachs (68. Heckhoff).

Tor: 1:0 Klinger (3.).

Zuschauer: 120

Schiedsrichter: Scotece (Mörfelden)

Beste ETW-Spieler: geschlossene Mannschaftsleistung. 

beg