Viel dramatischer kann Fußball nicht sein: Dank der besseren Nerven im Elfmeterschießen setzte sich die Wald-Michelbacher Eintracht im Halbfinale des Bergsträßer Fußball-Kreispokals mit 7:6 Toren beim VfR Fehlheim durch und steht nach einer nervenzehrenden Begegnung erneut im Endspiel. Gegner ist dann die SSG Einhausen, die das Duell der Kreisoberligisten gegen die TSV Auerbach 3:1 gewann. Das Finale findet am kommenden Donnerstag, 29. Juli, um 19.30 Uhr im Stadion in Rimbach statt.

 

Auf dem Fehlheimer Rasenplatz überschlugen sich in den letzten Minuten die Ereignisse. Durch einen späten Doppelpack in der 85. und 90. Minute drehte der Wald-Michelbacher Michel Klinger einen 1:2-Rückstand zur 3:2-Führung und der erneute Einzug ins Finale nach 2020 schien perfekt. Doch auch der gastgebende Gruppenligist gab sich nicht auf und schaffte tatsächlich noch in der Nachspielzeit den Ausgleich zum 3:3 durch Smajil Sadic gegen den Verbandsligisten. So musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen.

 

In der Anfangsphase bestimmten die Gastgeber die Partie und gingen dann auch durch einen Freistoß von Sadic mit 1:0 in Führung (18.). Jan Gebhardt konnte zwar vier Minuten später per Elfmeter nach Foul an Vassilis Chatzigiannakis zum 1:1 ausgleichen, doch in der 39. Minute brachte Max Schwerdt den VfR mit dem 2:1 wieder nach vorne.

 

Spätestens nach der Pause wurde die Eintracht dann aber stärker und bekam mehr Kontrolle über das Spiel, doch Fehlheim konnte lange die Führung behaupten. In den letzten Minuten ging es dann aber Schlag auf Schlag. In der 85. Minute kam Klinger nach schöner Ablage aus 18 Metern zum Schuss und setzte den Ball zum 2:2 platziert ins rechte Eck. In der 90. Minute traf Klinger per Freistoß sogar zum 3:2.

„Das war schon eine verrückte Schlussphase“, seufzte ET-Trainer Ralf Ripperger, denn in der 94. Minute bekam Fehlheim einen Freistoß vor dem Strafraum zugesprochen, den Sadic abermals direkt verwandelte – 3:3. Danach pfiff Schiedsrichter Simon Wecht gleich ab. „Das hätten wir cleverer runterspielen müssen“, sagte Ripperger dann auch zu den Ereignissen in den letzten Minuten.

 

Aber im Elfmeterschießen hatten die Überwälder ihre Nerven im Griff. „Das waren alles sehr sichere und sehr gute Elfmeter“, hob der Coach hervor. Niklas Halblaub, Lennart Borgenheimer und Klinger verwandelten sicher, da aber auch die Fehlheimer trafen, stand es 6:6.

 

Ausgerechnet Gebhardt, der im Spiel vom Punkt getroffen hatte, scheiterte danach. Aber ET-Torhüter Tyron Darffour glich den Patzer aus, als er den Strafstoß von Salman Karadoruk parierte. Yannic Beisel zeigte sich beim fünften Elfer unbeeindruckt von dem auf ihm lastenden Druck und brachte die ET mit 7:6 in Front. Als dann Riccardo Zocco für den VfR verschoss, kannte der Wald-Michelbacher Jubel keine Grenzen.

 
"ES MUSS UNSER ANSPRUCH SEIN, DAS SPIEL ZU GEWINNEN!"
Trainer Ralf Ripperger über das anstehende Pokalfinale gegen die SSG Einhausen.


„Der Sieg nach 90 Minuten wäre schon verdient gewesen“, hätte sich Ripperger den Gang ins Elfmeterschießen gerne erspart, aber für ihn war klar gewesen, dass Fehlheim die anspruchsvollste Aufgabe im Pokalwettbewerb werden würde. Und jetzt will er den Pokal nach dem Sieg im vergangenen Jahr auch verteidigen. Gegen den Kreisoberligisten ist die ET klarer Favorit. „Aber das wird kein Selbstläufer, das haben wir in Lörzenbach gesehen, als wir zur Pause 0:2 zurücklagen. Es muss jedoch unser Anspruch sein, das Spiel zu gewinnen“, fordert er.