P O K A L S I E G E R

 - Bericht aus der WNOZ vom 03.09.2020


ET Wald-Michelbach feiert durch ein 3:0 nach einem packenden und intensiven Finale gegen die
FSG Riedrode den Kreispokalsieg.

Mitlechtern. Der Bergsträßer Kreispokal bleibt für ein weiteres Jahr im Odenwald. Nachdem ihn Vorjahressieger SV Lörzenbach coronabedingt ein Vierteljahr länger behalten durfte, schnappte sich die Wald-Michelbacher Eintracht am Mittwochabend den Pott. Vor 200 Zuschauern schlug der Fußball-Verbandsligist den Gruppenligisten FSG Riedrode mit 3:0 Toren im Finale in Mitlechtern. Auch wenn die Überwälder erst in den Schlussminuten alles klar machten, war der Erfolg verdient, denn über 90 Minuten waren sie die reifere Mannschaft in einer von beiden Teams sehr intensiv geführten Begegnung.

Dies sah auch ET-Trainer Ralf Ripperger so. „Riedrode hat es sehr gut gemacht, hat sehr gut dagegengehalten, doch es war klar, dass die FSG irgendwann alles nach vorne werfen muss und wir dann einen Konter setzen müssen. Das hat zwar lange gedauert“, sagte er im Hinblick auf das erst in der 88. Minute gefallene 2:0, „doch ich denke, dass der Sieg für uns verdient war“.

Riedrode, das im Halbfinale den Verbandsligisten SV Unter-Flockenbach aus dem Wettbewerb geworfen hatte, begann selbstbewusst und aggressiv, sodass sich die ET kurz sammeln musste. Doch nach zehn Minuten wurden die Wald-Michelbacher stärker, drängten die FSG nun zurück und verzeichneten über ihre schnellen Außenstürmer die ersten guten Möglichkeiten. In der 13. Minute schlug der Verbandsligist nach einem verunglückten Pass von Riedrodes Torhüter Chris Keilmann sofort zu: Lars-Eric Schwinn bediente den durchgestarteten Vassilis Chatzigiannakis, der aus acht Metern zum 1:0 traf.

Und die Eintracht setzte nach. Immer wieder wurden über die Außen gefährliche Angriffe eingeleitet, doch das 2:0 blieb aus. Wald-Michelbach überzeugte hier mit der reiferen Spielanlage und vor allem mit einer felsenfest stehenden Vierer-Kette in der Abwehr, die trotz ebenfalls mit viel Tempo vorgetragenen FSG-Angriffen Herr der Lage blieb. Und als René Salzmann in der 35. Minute aus aussichtsreicher Position zum Abschluss kam, war Torhüter Lukas Jakob auf dem Posten.

Doch die Ried-Elf kam mit viel Feuer aus der Kabine, attackierte nun noch früher und setzte die Eintracht unter Druck. Wald-Michelbach hatte in dieser Phase Probleme, den Ball in den eigenen Reihen zu halten, konnte sich aber auch hier auf die stabile Defensivreihe verlassen. Und wenn die schnellen Riedroder Spitzen einmal durchzubrechen drohten, behalfen sich die Überwälder auch mal mit einem taktischen Foul. Das führte zu zwei, drei Freistößen aus gefährlichen Distanzen, doch die FSG vergab diese Möglichkeiten zu leichtfertig.

Nach 20 Minuten konnte sich die Ripperger-Elf dann aber zusehends befreien und fand wieder zu ihrer spielerischen Linie zurück. Riedrode steckte zwar nicht zurück, verlor im Mittelfeld jedoch immer mehr Zweikämpfe, was die Eintracht zu schnellen Vorstößen nutzte. Dennoch dauerte es bis in die Schlussphase, bis die Entscheidung per Doppelschlag fiel. In der 88. Minute wurde Chatzigiannakis nach einer schönen Kombination im Strafraum gefoult und Jan Gebhardt verwandelte den Elfmeter kaltschnäuzig zum 2:0. Nur eine Minute später steckte Etienne Imsirovic den Ball durch die Schnittstelle auf den kurz zuvor eingewechselten Niklas Halblaub durch, der sich die Chance zum 3:0 nicht entgegen ließ. Kurz darauf pfiff der souveräne Schiedsrichter Alessandro Scotece ab und die Wald-Michelbacher fielen sich jubelnd in die Arme.

„Die Freude ist riesengroß, denn wir wollten unbedingt gewinnen, wollten unbedingt den Pokal wieder einmal holen“, sagte der glückliche Ripperger, der allerdings bedauerte, dass aufgrund der Pandemie nur 200 Zuschauer dabei sein durften. „Das Spiel hätte mehr Zuschauer verdient gehabt. Es ist natürlich schade, dass eine größere Kulisse nicht möglich war, aber da kann man nichts dran ändern. Aber wir werden heute trotzdem richtig feiern.“ Bei der Siegerehrung bescheinigte Kreisfußballwart Reiner Held dem Verlierer eine starke Leistung, beglückwünschte die Wald-Michelbacher und überreichte ihnen den Wanderpokal sowie den neuen Bitburger-Kreispokal. Sein Dank galt auch der KSG Mitlechtern für die corona-gerechte Ausrichtung des Finales. 

jün