Kalte Dusche für die Eintracht

Wald-Michelbach. Früher Rückschlag für Fußball-Verbandsligist Eintracht Wald-Michelbach: Die Mannschaft von Trainer Ralf Ripperger musste sich am Samstag in ihrem ersten Heimspiel vor 250 Zuschauern deutlich mit 0:4 (0:0) Aufsteiger JSK Rodgau geschlagen geben. Doch das Ergebnis ist deutlicher als der Spielverlauf. Denn in der ersten Halbzeit hatten die Überwälder durchaus ihre Chancen. In der 30. Minute verfehlte Lars-Eric Schwinn nach einem abgefälschten Freistoß nur um wenige Zentimeter das Tor, vier Minuten später setzte Jan Gebhardt auf Vorarbeit von Neuzugang Vassilis Chatzigiannakis den Ball nur knapp vorbei, er schloss dabei zu überhastet ab. In der 36. Minute war es dann erneut Gebhardt, der aus kurzer Distanz den Ball nicht richtig traf. Es waren drei hochkarätige Torgelegenheiten für Wald-Michelbach in sechs Minuten – keine davon wurde genutzt. Und das sollte sich rächen.

Schlechte Chancenauswertung

In der 56. Minute waren die bis dahin in der Offensive kaum in Erscheinung getretenen Gäste mit ihrem ersten Schuss aufs Tor erfolgreich: Max Enders konnte sich im Strafraum gut durchsetzen, auch weil die Abwehr nicht konsequent genug gegen den Ball arbeitete. Nur eine Minute später kam die kalte Dusche für die Ripperger-Elf, als Ralf Cölsch auf Vorarbeit von Till Fakic aus 15 Metern volley zum 2:0 abzog. Das war ein harter Schlag für die Eintracht, die umgehend reagierte und Felix Fischer von der Abwehr ins Sturm-Zentrum beorderte. Und fast wäre dieser taktische Zug aufgegangen, denn Fischers Kopfball verfehlte wenig später nur knapp sein Ziel. Auch Gebhardt auf Vorlage des eingewechselten Jonas Jaap hatte kurz darauf den Anschluss auf dem Fuß. Es war die letzte Chance für die Eintracht. Stattdessen trumpfte Rodgau in der Schlussphase auf. Einen Konter nutzte Fakic in der 80. Minute zum 3:0 für die Gäste, kurz vor Schluss markierte Dennis Profumo sogar noch das 4:0.

„Das ist sehr enttäuschend nach unserem grandiosen 5:2-Erfolg zum Auftakt beim SV der Bosnier“, sagte ETW-Pressesprecher Lothar Strusch. Doch Wald-Michelbach wurde diesmal auch Opfer der mäßigen Chancenverwertung. Zudem leisteten sich die Überwälder einige Fehlpässe und Ungenauigkeiten im Spielaufbau. „Auf diese Weise ist uns das Spiel aus dem Ruder gelaufen“, beobachtete Strusch.

Eintracht Wald-Michelbach: Wiegand, Fischer, Bundschuh, Imsirovic, Sachs (ab 63. Schitz), Gebhardt, Schwinn (ab 46. Darffour), Chatzigiannakis, Klinger, Siby, Vucic.

Tore: 0:1 Enders (56.), 0:2 Cölsch (57.), 0:3 Fakic (80.), 0:4 Profumo (88.).
Schiedsrichter: Solert (Hockenhaim).
Zuschauer: 250.
Beste ETW-Spieler: geschlossene Leistung. 
jaz


Zu Hause gibt es ein ganz anderes Spiel

Wald-Michelbach. Einen Einstand nach Maß in die neue Spielzeit feierte Fußball-Verbandsligist Eintracht Wald-Michelbach am vergangenen Sonntag mit dem 5:2-Auswärtserfolg beim starken Aufsteiger SV der Bosnier in Frankfurt. Am Samstag (16 Uhr) will die Mannschaft von Trainer Ralf Ripperger jetzt vor eigenem Publikum gegen die JSK Rodgau möglichst drei Punkte nachlegen. Doch der Trainer erwartet dann ein völlig anderes Spiel als zuletzt in Frankfurt. Während der SV der Bosnier vor allem auf erfahrene Spieler mit großem Durchsetzungsvermögen bauen kann, ist Rodgau ein junges Team mit schnellem Spiel nach vorne und gefährlich in Standardsituationen.

Ripperger wird sein Team demnach ganz anders einstellen müssen. Doch die Eintracht ist variabel aufgestellt und kann flexibel auf die unterschiedlichen Begebenheiten reagieren. „Wir brauchen uns nicht zu verstecken und gehen das Spiel am Samstag mit Selbstbewusstsein an“, machte Ripperger klar. Vor Überheblichkeit warnte der Coach allerdings, denn „Rodgau hat viel Potenzial“. Vorsichtig zurückhaltend gingen es die Überwälder auch in Frankfurt an, schauten sich den Gegner an und schlugen dann zu. Am Ende freute sich Ripperger über eine engagierte Leistung seiner Mannschaft und die ersten drei wichtigen Punkte der Saison. „Wir haben es dem Gegner schwer gemacht, haben die zwei Gegentore aber auch zu einfach zugelassen“, erkannte der Trainer noch die eine oder andere Schwachstelle im Spiel. Und dennoch: „Wir haben nach Balleroberungen sehr schnell umgeschaltet und sind über die Außenbahnen immer gut hinter die gegnerische Verteidigung gekommen.“ Zudem hätten seine Spieler auch nach einem Rückstand den unbedingten Willen zum Erfolg offenbart. Dabei waren die Überwälder noch nicht einmal in Bestbesetzung angetreten, denn Malcom Darffour fehlte aus privaten Gründen. Gegen Rodgau ist der Angreifer wieder mit von der Partie, und auch Dennis Schitz wird am Samstag wieder im ETW-Aufgebot zu finden sein. 
jaz